Zertifikat vorzeigen: Kunde, Label, Verlag
Wenn du dein Zertifikat einem Kunden, einem Label, einem Verlag oder einem Arbeitgeber zeigen willst, schick das Zertifikat-PDF zusammen mit genau der Datei, die es abdeckt, und verweise auf den Prüflink unter dem QR-Code. Die andere Seite scannt den Code oder öffnet den Link, sieht, dass das Zertifikat existiert und wann es ausgestellt wurde, und kann deine Datei auf der Prüfseite von StampR ablegen, um zu sehen, ob es dieselbe Datei ist. Ohne Installation, ohne Konto. Hier liest du, was du schicken solltest, was die andere Person tatsächlich sieht, eine kurze Nachricht zum Kopieren – und wann das Zertifikat besser in der Schublade bleibt.
Was du schicken solltest
Dein Zertifikat ist ein PDF. Darauf stehen dein Name, Dateiname und Dateigröße, deine Beschreibung des Werks, der Fingerabdruck der Datei, Datum und Uhrzeit des qualifizierten Zeitstempels, dass du dich als Urheber erklärt hast, und ein QR-Code, der zu einer öffentlichen Prüfseite führt. Das Datum stammt von BORICA B-Trust, einem EU-beaufsichtigten Vertrauensdiensteanbieter, und Gerichte in der EU vermuten, dass es stimmt.
Je nach Situation passt eine dieser Varianten:
- Das PDF und die Datei selbst. Der Normalfall, wenn du ohnehin Arbeit ablieferst: ein Design an den Kunden, ein Manuskript an den Verlag, einen Track an das Label. Die andere Seite hat beides und kann das eine mit dem anderen abgleichen.
- Nur den Prüflink oder die Zertifikatsnummer. Praktisch im Portfolio, im Lebenslauf oder in einem Bewerbungsformular, wenn du nur zeigen willst, dass es einen datierten Nachweis gibt. Der Link steht auf dem PDF unter dem QR-Code.
- Nur das PDF. Reicht, wenn die andere Person die Datei schon von dir hat – etwa ein Kunde, der das finale Design letzte Woche bekommen hat.
Eine praktische Regel: Schick genau die Datei, die du zertifiziert hast. Wird sie neu exportiert, verkleinert, von einem Messenger komprimiert oder in ein anderes Format umgewandelt, ist sie für die Prüfung eine andere Datei, auch wenn sie gleich aussieht. E-Mail-Anhänge, Download-Links oder ein Cloud-Ordner lassen Dateien unverändert; Chat-Apps tun das oft nicht, vor allem bei Fotos und Videos.
Was die andere Person sieht
Wer den QR-Code scannt oder den Link öffnet, landet auf der Prüfseite von StampR für genau dieses Zertifikat. Was dort erscheint, hängt von einer Entscheidung ab, die du beim Ausstellen getroffen hast: ob das Zertifikat öffentlich oder privat ist. Diese Wahl fällt beim Ausstellen und lässt sich später nicht mehr ändern – gut zu wissen, bevor du etwas teilst.
| Was zu sehen ist | Privates Zertifikat | Öffentliches Zertifikat |
|---|---|---|
| Dass das Zertifikat existiert und gültig ist | Ja | Ja |
| Zertifikatsnummer, Seriennummer, Fingerabdruck, Zeitstempel | Ja | Ja |
| Dein Name | Nein | Ja |
| Dateiname, Größe, Werktitel und Beschreibung | Nein | Ja |
| Hinweis, dass der Inhaber es privat hält | Ja | Nein |
| Deine Originaldatei zum Ansehen oder Herunterladen | Nie | Nur wenn du sie gespeichert und freigegeben hast |
Ein privates Zertifikat ist kein schwächeres. Datum, Fingerabdruck und Zeitstempel sind vollständig da; verborgen bleiben nur deine persönlichen Angaben und die Beschreibung. Genau deshalb schickst du das PDF mit: Es trägt deinen Namen und die Beschreibung, und die Prüfseite bestätigt, dass die Angaben darauf echt sind.
So prüft die andere Seite, ob deine Datei die zertifizierte ist
Jede Datei hat einen Fingerabdruck: eine lange Folge aus Buchstaben und Zahlen, die aus ihrem Inhalt berechnet wird und sich komplett ändert, sobald sich auch nur ein Zeichen oder ein Pixel ändert. Dein Zertifikat hält den Fingerabdruck deiner Datei zum Zeitpunkt der Zertifizierung fest.
Die Prüfung dauert etwa eine Minute:
- stampr.eu/hash_search öffnen.
- Die Option zum Prüfen einer Datei wählen und die Datei ablegen, die du geschickt hast.
- Die Seite berechnet den Fingerabdruck direkt im Browser. Die Datei wird nirgendwohin hochgeladen.
- Gibt es ein Zertifikat für genau diese Datei, zeigt die Seite das an, mit Zeitstempel und Zertifikatsnummer. Diese Nummer vergleicht man mit der auf deinem PDF.
Stimmen die Nummern überein, ist klar: Die vorliegende Datei ist dieselbe, die am zertifizierten Datum existierte, und seitdem unverändert. Suchen lässt sich auch nach Zertifikatsnummer, Seriennummer oder direkt nach dem Fingerabdruck – praktisch, wenn jemand nur das PDF hat.
Eine kurze Nachricht zum Kopieren
Bleib ruhig und sachlich. Das Zertifikat ist eine Dokumentation, keine Aussage über dein Gegenüber. So etwas passt für Kunden, Verlage und Labels gleichermaßen:
Hallo [Name], anbei [das finale Design / das Manuskript / der Track], zusammen mit einem Zertifikat, das festhält, an welchem Datum genau diese Datei existierte. Falls du es mal prüfen möchtest: einfach den QR-Code auf dem Zertifikat scannen oder die Datei auf stampr.eu/hash_search ablegen – der Fingerabdruck sollte übereinstimmen. Von deiner Seite ist nichts nötig, so dokumentiere ich meine Arbeit einfach. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.
Für eine Bewerbung reicht eine Zeile im Portfolio oder Lebenslauf: „Ausgewählte Arbeiten sind mit datierten Zertifikaten dokumentiert; Prüflinks auf Anfrage.“ Wenn jemand fragt, schickst du den Link.
Wann du es lieber nicht schickst
Ein Zertifikat ist ein stiller Beleg. Es wirkt am besten, wenn es einfach da ist – nicht, wenn man damit wedelt.
- Nicht als Warnung im ersten Pitch. Wer eine Demo-Einsendung oder eine Kaltakquise-Mail mit „das ist zertifiziert, also bitte nicht klauen“ beginnt, signalisiert Misstrauen. Labels und Verlage bekommen Hunderte Einsendungen; sie sollen deine Musik hören oder deine Seiten lesen, nicht rätseln, warum du Ärger erwartest. Behalte das Zertifikat für dich und erwähne es später, wenn überhaupt.
- Nicht als Drohung bei einer Meinungsverschiedenheit. Zahlt ein Kunde zu spät oder erinnert sich jemand anders an die Absprache, fang mit einem normalen Gespräch an. Wer gleich in der ersten Nachricht ein Zertifikat schickt, macht aus einem Missverständnis einen Streit.
- Nicht, wenn die Datei vertraulich ist. Mit dem PDF sieht die andere Seite den Dateinamen und deine Beschreibung. Prüf beides, bevor du etwas zu unveröffentlichter oder vertraulicher Arbeit teilst.
Sinnvoll ist der Hinweis dagegen bei der Übergabe finaler Dateien, wenn ihr klärt, wem was gehört, wenn jemand fragt, wie du deine Arbeit dokumentierst – und wenn es wirklich zum Streit kommt und du zeigen musst, welche Fassung zuerst da war.
Ehrliche Grenzen
Es lohnt sich, dir selbst – und der anderen Seite, falls sie fragt – klar zu machen, was das Zertifikat aussagt und was nicht.
- Es zeigt, dass genau diese Datei zu einem bestimmten Zeitpunkt existierte, seitdem unverändert ist und dass du dich als Urheber erklärt hast.
- Es begründet keine Rechte und trägt keine ein. Das Urheberrecht entsteht in Deutschland automatisch mit der Schöpfung, ein Register für Werke gibt es hier nicht. Das Zertifikat ist kein Eintrag in einem öffentlichen Register.
- Es entscheidet im Streitfall nicht, wem das Werk gehört, und es sagt nichts darüber, ob ein Werk von einem Menschen oder mit KI geschaffen wurde.
- Es erfasst die Datei, nicht Ideen, Konzepte oder Titel.
- StampR ist nicht der Vertrauensdiensteanbieter; den qualifizierten Zeitstempel stellt BORICA B-Trust aus. Nach Artikel 41 der EU-Verordnung eIDAS gilt für ihn die Vermutung, dass Datum und Unversehrtheit der Daten stimmen, und er wird in allen EU-Mitgliedstaaten anerkannt.
Wie ein Werk entstanden ist, zeigt dein Arbeitsprozess: Entwürfe, Rohdateien, Projektdateien, Skizzen. Das Zertifikat fixiert das Datum, dein Prozess erzählt den Rest.
Weiterlesen
- Eine Demo an ein Label schicken – was du vor dem Absenden erledigen solltest.
- Was eine Urheberschaftserklärung ist – die Erklärung, die dein Zertifikat trägt.
- Kunde hat mein Design genutzt und nicht bezahlt – wann das Zertifikat wirklich aus der Schublade kommt.
- Halten Zeitstempel-Zertifikate vor Gericht? – was das Gesetz zum Datum sagt.
Häufige Fragen
Braucht die andere Person ein StampR-Konto, um mein Zertifikat zu prüfen?
Nein. Jeder kann den QR-Code scannen oder stampr.eu/hash_search öffnen und nach Zertifikatsnummer, Seriennummer oder Fingerabdruck suchen oder die Datei selbst ablegen. Kein Konto, keine Installation.
Was sieht man, wenn mein Zertifikat privat ist?
Man sieht, dass das Zertifikat existiert und gültig ist, mit Zertifikatsnummer, Seriennummer, Fingerabdruck und Zeitstempel, dazu einen Hinweis, dass der Inhaber es privat hält. Dein Name, der Dateiname und die Beschreibung werden nicht angezeigt – deshalb schickst du das PDF mit.
Kann ich ein privates Zertifikat später öffentlich machen?
Nein. Öffentlich oder privat wird beim Ausstellen festgelegt und bleibt so. Wenn du ein Werk offen teilen willst, entscheide das vor der Zertifizierung.
Wird meine Datei hochgeladen, wenn jemand sie auf der Prüfseite prüft?
Nein. Der Fingerabdruck wird im Browser berechnet, und nur dieser Fingerabdruck wird abgefragt. Die Datei bleibt auf dem Gerät.
Warum findet die Prüfung kein Zertifikat für meine Datei?
Fast immer, weil die Datei nicht exakt die zertifizierte ist: Sie wurde neu exportiert, verkleinert, umgewandelt oder von einem Messenger komprimiert. Schick die zertifizierte Originaldatei als E-Mail-Anhang oder per Download-Link.
Sollte ich das Zertifikat schon beim ersten Pitch erwähnen?
Meist nicht. Im ersten Pitch wirkt es schnell wie Misstrauen. Halte es bereit und bring es zur Sprache, wenn du finale Dateien übergibst, Rechte klärst oder jemand fragt, wie du deine Arbeit dokumentierst.
Zertifiziere deine Arbeit mit vertrauenswürdigem Datum.
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