Zertifikat für dein Video – vor dem Posten
Hol dir das Zertifikat für dein Video, bevor du es postest – und zwar für den finalen Export, also genau die Datei, die du hochladen willst. Das Zertifikat ist ein PDF mit deinem Namen, Dateiname und -größe, dem eindeutigen Fingerabdruck der Datei und einem unabhängigen Datum mit Uhrzeit. Lädt später jemand dein Video erneut hoch oder baut es in eigene Inhalte ein, hast du ein Dokument, das zeigt: Deine Datei gab es an diesem Tag, sie ist seitdem unverändert, und du hast erklärt, dass du sie gemacht hast. Du kannst es einer Urheberrechtsmeldung bei der Plattform beifügen oder jedem zeigen – über den QR-Code kann es jeder selbst prüfen.
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung für einen konkreten Streitfall.
Warum vor dem Posten und nicht danach
Sobald du postest, ist dein Video öffentlich – mit einem Datum, über das die Plattform bestimmt. Das hilft, gehört aber nicht dir: Konten werden gelöscht, Videos entfernt, und ein Reupload taucht oft innerhalb von Stunden auf einer anderen Plattform auf. Ein Zertifikat von vor dem Posten gibt dir ein Datum, das von keiner Plattform abhängt und das niemand nachträglich verschieben kann.
Das Datum auf dem Zertifikat stammt von BORICA B-Trust, einem in der EU beaufsichtigten Vertrauensdiensteanbieter, und Gerichte in der EU vermuten, dass es stimmt. Es ist weder ein Datum, das du eintippst, noch die Serveruhr von StampR.
Wurde schon etwas kopiert, lohnt sich ein Zertifikat trotzdem – für deine nächsten Videos. Zurück in die Vergangenheit reicht es aber nicht: Ein Zertifikat, das jünger ist als der Reupload, sagt wenig darüber, wer das Video zuerst hatte.
Welche Datei du zertifizieren solltest
Zertifiziere den finalen Export – die .mp4 oder .mov, die du bei YouTube, TikTok oder Instagram hochlädst. Genau diese Datei beschreibt das Zertifikat, Byte für Byte.
Das Zertifikat hält den Fingerabdruck der Datei fest (SHA-256): einen langen Code, der aus jedem einzelnen Byte berechnet wird – schon die kleinste Änderung ergibt einen völlig anderen Code. Das hat zwei praktische Folgen:
- Bewahre genau diese Datei unverändert auf. Speichere sie sicher und exportiere, schneide oder bearbeite sie nicht erneut. Sobald du sie änderst, passt sie nicht mehr zum Zertifikat.
- Die Kopie auf der Plattform passt nicht. YouTube, TikTok und Instagram komprimieren Uploads neu, eine dort heruntergeladene Datei ist also eine andere Datei. Das ist normal. Dein Zertifikat passt zu deinem Original-Export; beim Vergleich mit einem Reupload geht es darum, was im Video zu sehen ist und welches Datum früher liegt.
Wenn du mehr als den fertigen Schnitt festhalten willst, kannst du auch dein Rohmaterial oder dein Schnittprojekt zertifizieren. Mehrere Dateien lassen sich in ein ZIP packen und gemeinsam zertifizieren. Rohclips und Projektdateien zeigen, wie das Video entstanden ist – wichtig, falls jemand behauptet, er hätte es zuerst gemacht.
Lange Videos und die 500-MB-Grenze
Du kannst Dateien bis 500 MB pro Datei zertifizieren. Der Fingerabdruck wird in deinem Browser berechnet, dein Video wird also gar nicht zu StampR hochgeladen – außer du setzt das Häkchen, um die Datei zur öffentlichen Anzeige zu speichern (diese Option ist auf 20 MB begrenzt, und die meisten Videos sind größer).
- Finaler Export unter 500 MB: Zertifiziere ihn so, wie er ist. Die meisten Shorts, Reels und viele YouTube-Videos passen.
- Finaler Export über 500 MB: Zertifiziere einen kleineren Master-Export desselben Videos oder teile es in Teile unter 500 MB und zertifiziere jeden Teil. Kleinere Teile können sich ein ZIP teilen, solange das ZIP selbst unter 500 MB bleibt. Die zertifizierten Dateien bewahrst du unverändert auf.
Was auf dem Zertifikat steht
| Auf dem Zertifikat | Was es dem Betrachter sagt |
|---|---|
| Dein Name | Wer die Urheberschaftserklärung abgegeben hat |
| Dateiname und Größe | Um welche Videodatei es geht |
| Beschreibung des Werks | Was das Video ist, in deinen Worten |
| Fingerabdruck (SHA-256) | Der eindeutige Code genau dieser Datei |
| Qualifizierter Zeitstempel von BORICA B-Trust | Das unabhängige Datum, zu dem die Datei existierte |
| Deine Urheberschaftserklärung | Dass du erklärt hast, das Werk geschaffen zu haben |
| QR-Code | Ein Link zu einer öffentlichen Seite, auf der jeder das Zertifikat prüfen kann |
Jemand hat dein Video neu hochgeladen: so gehst du vor
- Sichere, was du siehst. Mach Screenshots und kopiere die Links zum Reupload, zum Konto und das Datum, an dem es erschienen ist. Beiträge verschwinden oft schnell.
- Such dein Zertifikat und deine Originaldatei heraus. Prüfe, dass das Datum auf dem Zertifikat vor dem Reupload liegt.
- Nutze das Formular der Plattform für Urheberrechtsverletzungen. YouTube, TikTok und Instagram haben alle eines. Meist wird gefragt, wo dein Original zu finden ist und was kopiert wurde. Wo du Details oder Anhänge ergänzen kannst, nenn das Zertifikat, seine Nummer und den Prüflink.
- Wenn du die Person oder Firma direkt anschreibst, bleib ruhig und sachlich. Schick das Zertifikat als PDF oder den QR-Code mit und sag klar, was du willst: Nennung, Löschung oder Bezahlung.
- Geht es um echtes Geld – etwa wenn ein Unternehmen dein Video in seiner Werbung nutzt –, sprich mit einer Anwältin oder einem Anwalt und bring Zertifikat, Originaldatei und Rohmaterial mit.
Ehrlich gesagt: Das Zertifikat ist ein Beweismittel, das du beifügen und vorzeigen kannst. Über Meldungen entscheidet jede Plattform selbst, und nichts garantiert, dass sie ein Zertifikat akzeptiert oder darauf reagiert. Es sorgt aber dafür, dass deine Seite leicht überprüfbar ist.
So prüfen andere das Zertifikat
Jeder kann den QR-Code scannen oder unter stampr.eu/hash_search nach Fingerabdruck, Seriennummer oder Zertifikatsnummer suchen. Ist dein Zertifikat privat, zeigt die öffentliche Seite nur die Beweisdaten: Zertifikatsnummer, Seriennummer, Fingerabdruck und Zeitstempel. Name, Beschreibung und PDF erscheinen dort nur, wenn du sie öffentlich gemacht hast. So oder so zeigt das PDF, das du jemandem schickst, alles – und die öffentliche Seite bestätigt, dass es echt ist.
Was das Zertifikat nicht kann
- Es begründet keine Rechte und trägt keine ein. Dein Urheberrecht entsteht automatisch, sobald du das Video machst – in Deutschland gibt es kein Register für Werke, bei dem man sich anmelden müsste.
- Es ist kein Eintrag in einem öffentlichen Register und entscheidet nicht, wem ein Video im Streitfall gehört. Das tun ein Gericht oder die Beteiligten.
- Es deckt nicht ab, was nie dir gehörte. Besteht dein Video aus Gameplay, Musik oder Clips anderer Creator, betrifft das Zertifikat deine Aufnahme und deinen Schnitt, nicht das Spiel oder die Musik darin.
- Es erfasst keine Ideen, Formate oder Titel – nur die genaue Datei.
- Es zeigt nicht, dass ein Video von einem Menschen und nicht von einer KI stammt. Das prüft StampR nicht.
Was es tut, ist eng umrissen und nützlich: Es zeigt, dass genau diese Datei zu diesem Zeitpunkt existierte, seitdem unverändert ist und dass du sie als deine erklärt hast.
Weiterlesen
- Was eine Urheberschaftserklärung ist – was du genau erklärst.
- Halten Zeitstempel-Zertifikate vor Gericht? – was das Datum im Streitfall bedeutet.
- Urheberschaft dokumentieren: Optionen im Vergleich – wie sich ein Zertifikat von anderen Wegen unterscheidet.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mir ein Zertifikat für mein Video holen?
Bevor du es postest. Ein Zertifikat von vor dem Posten hat ein Datum, das von keiner Plattform abhängt. Eines, das erst nach einem Reupload entsteht, sagt wenig darüber, wer das Video zuerst hatte.
Welche Datei soll ich zertifizieren?
Den finalen Export, den du hochlädst, und danach unverändert aufbewahren. Wenn du willst, zertifiziere zusätzlich Rohmaterial oder Schnittprojekt, einzeln oder zusammen in einem ZIP.
Mein Video ist größer als 500 MB. Was kann ich tun?
Die Grenze liegt bei 500 MB pro Datei, und ein ZIP zählt als eine Datei. Zertifiziere einen kleineren Master-Export desselben Videos oder teile es in Teile unter 500 MB und zertifiziere jeden Teil. Die zertifizierten Dateien bewahrst du unverändert auf.
Muss ich mein Video zu StampR hochladen?
Nein. Der Fingerabdruck wird in deinem Browser berechnet, das Video bleibt auf deinem Gerät. Hochgeladen wird es nur, wenn du die Option zur öffentlichen Anzeige wählst, und die ist auf 20 MB begrenzt.
Warum passt das Video auf YouTube nicht zu meinem Zertifikat?
Plattformen komprimieren Uploads neu, ihre Kopie ist also eine andere Datei. Dein Zertifikat passt zu deinem Original-Export – deshalb bewahrst du diese Datei unverändert auf.
Entfernen YouTube oder TikTok einen Reupload, wenn ich das Zertifikat zeige?
Garantiert ist das nicht. Über Urheberrechtsmeldungen entscheidet jede Plattform selbst. Das Zertifikat ist ein Beweismittel, das du beifügen oder vorzeigen kannst, und jeder kann es per QR-Code oder unter stampr.eu/hash_search prüfen.
Was kostet das?
Das erste Zertifikat mit Konto kostet 4,90 €, danach 6,80 € pro Zertifikat oder weniger im Paket mit 10, 50 oder 200 Stück. Ein Abo gibt es nicht.
Zertifiziere deine Arbeit mit vertrauenswürdigem Datum.
Zertifikat erstellen →Das erste Zertifikat kostet mit einem Konto 4,90 €.